Mindestlohn

In diesem Artikel erfahren Sie mehr zum Thema Mindestlohn und dessen Auswirkungen auf die Lohnabrechnung.

 

Überblick

2015 wurde in Deutschland der Mindestlohn eingeführt. Dieser ist im Mindestlohngesetz geregelt. Der Mindestlohn wird jedes Jahr von der Mindestlohnkommission geprüft und angepasst. Zum 01.01.2020 ist der Mindestlohn nun auf 9.35 € pro Stunde gestiegen. Die verpflichtende Lohnuntergrenze wurde zum Schutz des Arbeitnehmers eingeführt. Es soll damit eine faire und angemessene Bezahlung gesichert werden. 

Jahr Mindestlohn
2018 8.84 €
2019 9.19 €
2020 9.35 €
2021 voraussichtlich 9.85 €

Der Mindestlohn kann nicht durch Tarifverträge, Arbeitsverträge oder Ähnliches außer Kraft gesetzt werden.

 

Ausnahmen

Der Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmer über 18 Jahren. Es gibt jedoch einige Ausnahmen von Personen, die in der Regel nicht vom Mindestlohngesetz betroffen sind. Diese sind beispielsweise:

  • Jugendliche unter 18 Jahren, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben
  • Auszubildende (siehe Mindestausbildungsvergütung)
  • Langzeitarbeitslose
  • Praktikanten (Pflichtpraktikum für die schulische Ausbildung oder bis zu 3 Monate zur Orientierung in der Berufswahl)
  • Jugendliche innerhalb einer Einstiegsqualifizierung
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Personen, die Freiwilligendienst leisten
  • Selbstständige
  • Heimarbeiter
  • Teilnehmer an Arbeitsförderungsmaßnahmen (Ein-Euro-Jobs)

Alle anderen Personen haben grundsätzlich einen Anspruch auf Zahlung von Mindestlohn.

Auch Minijobber fallen unter das Mindestlohngesetz. Beim Mindestlohn handelt es sich um einen Bruttostundenlohn. Achten Sie daher darauf, dass sich bei der Anhebung des Stundenlohns aufgrund des Mindestlohns von Minijobbern auch die Arbeitsstundenzahl verringert, die Sie den Minijobber pro Monat beschäftigen dürfen, um die entsprechenden Verdiensthöchstgrenzen einzuhalten. Auch die Dokumentationspflicht der Arbeitsstunden ist in diesem Zusammenhang nicht zu vernachlässigen.

 

Mindestausbildungsvergütung

Seit 2020 gibt es zudem eine Mindestgrenze für das Ausbildungsgehalt von Lehrlingen. Dieses liegt aktuell bei 515.00€ pro Monat und ist im Berufsbildungsgesetz geregelt. Mithilfe dieser Mindestvergütung soll die Attraktivität von Berufsausbildungen gesteigert werden. Die Einstiegshöhe für die monatliche Ausbildungsvergütung wird jährlich wie folgt schrittweise eingeführt:

Ausbildungsbeginn Mindestausbildungsvergütung pro Monat im ersten Lehrjahr
2020 515.00 €
2021 550.00 €
2022 585.00 €
2023 620.00 €

 

Kontrollen

Ob Unternehmen den Mindestlohn bei ihren Mitarbeitern einhalten wird durchaus geprüft. Durch Kontrollen wie Betriebsprüfungen oder auch Finanzkontrollen auf Schwarzarbeit durch den Zoll, werden die Löhne der Angestellten regelmäßig auf Grundlage des Mindestlohngesetzes geprüft. Im Falle der Nichteinhaltung durch das Unternehmen kann es zu hohen Geldbußen kommen. Eine jährliche Prüfung bei den eigenen Mitarbeitern auf Einhaltung des Mindestlohns ist daher ratsam.

 

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