Umlageverfahren U1 / U2 / Insolvenzgeld

In diesem Artikel erfahren Sie Grundlagen zum Umlageverfahren der Krankenkassen. Jeder Arbeitgeber in Deutschland ist dazu verpflichtet, am Umlageverfahren der Krankenkassen teilzunehmen. Es werden folgende Umlagen voneinander abgegrenzt:

Umlageverfahren Lohnfortzahlung
Umlage 1 Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
Umlage 2 Lohnfortzahlung während der Mutterschaft
Umlage 3 Lohnfortzahlung im Insolvenzfall

 

Umlage 1 (U1)

Die U1 regelt alle Erstattungen für den Arbeitgeber, die im Falle einer Lohnfortzahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer in den ersten sechs Wochen der Krankheit entstehen. Wenn ein Mitarbeiter mehr als sechs Wochen am Stück mit der gleichen Krankheit arbeitsunfähig ist, übernimmt die Krankenkasse nach diesen sechs Wochen die Zahlung an den Arbeitnehmer mit dem sogenannten Krankengeld. Die U1 ist daher wie eine Pflichtversicherung zu betrachten, die der Arbeitgeber entrichtet, um für den Fall einer Erkrankung seiner Arbeitnehmer eine Erstattung von der Krankenkasse innerhalb der ersten 6 Wochen der Krankheit zu erhalten. Denn in diesem Zeitraum ist der Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung verpflichtet (siehe EFZG = Entgeltfortzahlungsgesetz).

Beispiel:

Ein Mitarbeiter ist von 03.03. bis 15.03. arbeitsunfähig erkrankt und hat ein entsprechendes Attest eingereicht. Sein Arbeitgeber beschäftigt lediglich 20 Mitarbeiter und nimmt daher am Umlage 1-Verfahren teil. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber monatlich einen Beitrag zur Umlage 1 für seine Mitarbeiter an die Krankenkasse abführt. Insgesamt ist der Mitarbeiter nun 13 Tage in Folge arbeitsunfähig. Der Arbeitgeber erhält aufgrund der Teilnahme am U1-Verfahren für diese 13 Tage eine entsprechende Rückerstattung von der Krankenkasse. Diese entschädigt ihn für den Arbeitsausfall seines Mitarbeiters. Um die Rückerstattung zu erhalten, muss ein AAG Erstattungsantrag (AAG = Aufwendungsausgleichsgesetz) an die Krankenkasse gestellt werden. Das übernimmt im Regelfall der Anbieter der Lohnabrechnung für das Unternehmen. Das Unternehmen hat in diesem Falle einen Erstattungssatz von 70 % gewählt und erhält daher 70 % des anrechenbaren Gesamtbruttos des Mitarbeiters von der Krankenkasse erstattet.

Bitte beachten Sie, dass nicht alle Unternehmen zur Umlage 1 verpflichtet sind. Die Feststellung findet immer zum Jahreswechsel statt. Beschäftigt ein Unternehmen regelmäßig bis zu 30 anrechenbare Arbeitnehmer so ist dieses zur Teilnahme am U1-Verfahren verpflichtet. Sollte das Unternehmen regelmäßig mehr, als 30 anrechenbare Arbeitnehmer beschäftigen ist dieses nicht zum U1-Verfahren verpflichtet.

Um mehr über das Umlageverfahren Ihres Unternehmens und die gewählten Beitragssätze zu erfahren, wenden Sie sich direkt an Ihre Krankenkassen. Es ist zu empfehlen, die Beitragssätze jährlich zu prüfen, denn für jede Krankenkasse müssen eigene Beitragssätze gewählt werden.

 

Umlage 2 (U2)

Die U2 betrifft die Erstattungen der Krankenkasse an den Arbeitgeber während der Mutterschaft und ist ebenfalls als eine Pflichtversicherung zu betrachten. Es muss monatlich ein Betrag an die Krankenkassen entrichtet werden. Die Krankenkasse springt dann ein, wenn der Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung auf Grund von Mutterschaft verpflichtet ist. Hierzu zählt sowohl der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld als auch die Lohnfortzahlung während eines Beschäftigungsverbots.

Beispiel:

Eine Mitarbeiterin ist schwanger und geht ab 6 Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstermin in Mutterschutz. Der Arbeitgeber ist zur Lohnfortzahlung verpflichtet. Durch einen Erstattungsantrag an die Krankenkasse erhält er die Aufwendungen für die Lohnfortzahlung allerdings wieder zu 100 % zurückerstattet.

Im Gegensatz zum U1-Verfahren, müssen am U2-Verfahren alle Arbeitgeber teilnehmen, egal wie viele Mitarbeiter angestellt sind.

 

Insolvenzgeld (U3)

Die U3 regelt die Lohnfortzahlung an den Arbeitnehmer im Insolvenzfall des Arbeitgebers. Wenn ein Arbeitgeber Insolvenz anmeldet, übernimmt die Agentur für Arbeit die Lohnfortzahlung der Arbeitnehmer für maximal drei Monate. Der Betrag zum Insolvenzgeld wird wie die U1 und U2 monatlich pro Mitarbeiter an die entsprechende Krankenversicherung abgeführt. Die Krankenkasse leitet dieses dann entsprechend an die Agentur für Arbeit weiter.

Die Insolvenzgeldumlage ist für alle Arbeitnehmer verpflichtend, solange das Unternehmen Arbeitnehmer beschäftigt hat und eine Zahlungsunfähigkeit über ein Insolvenzverfahren regeln kann.

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